Naturnaher Garten am Niederrhein: Staudenprärie trifft Sandstein und Cortenstahl
Projektbeschreibung
Einen Stadtgarten gestalten, der vergessen lässt, dass er in der Stadt liegt
Ein ummauerter Hinterhof im Altbau-Quartier, verwitterte Backsteinmauern aus dem 19. Jahrhundert, zwei monumentale alte Eiben als Bestand – und mittendrin eine junge Familie, die sich einen echten Stadtgarten wünscht: ruhig, grün, intim, mit Platz für Sandkasten und Grillabende, aber gestalterisch klar und zeitgemäß. Für uns als Planer ein Projekt mit einem besonderen Reiz – denn einen Stadtgarten gestalten bedeutet, mit jeder Pflanze und jedem Material eine bewusste Antwort auf die vorhandene Architektur, das Licht, den Schatten und die Grenzen zu geben. Entstanden ist dieser Rückzugsort, den wir hier vorstellen.
Gestaltungskonzept
Einen Stadtgarten gestalten heißt, mit dem Bestand zu arbeiten
Der Reiz dieses Grundstücks lag von Anfang an im Vorhandenen: die ehrwürdigen Backsteinmauern mit ihrer Patina, die beiden alten Eiben, der Altbau selbst. Unser Entwurf hat diese Elemente nicht überformt, sondern sorgfältig inszeniert. Die geschwungene Sandsteinterrasse legt sich wie eine moderne Bühne vor das Haus, der wassergebundene Kiesweg führt in sanfter S-Linie durch den Garten – beides bewusst zurückhaltende Materialien, die der Backsteinwand die Hauptrolle lassen.
Eine präzise Abfolge von großformatigen, runden Betontrittsteinen durchzieht die Staudenbeete wie hingetupfte Inseln und zitiert dabei die alten Mühlsteine, die man in niederrheinischen Klöstern findet. Ein Cortenstahl-Sandkasten für die Kinder wurde in die Pflanzung integriert, sodass er später – wenn die Kinder größer sind – spielend leicht zu einem Hochbeet umgenutzt werden kann. Dieses Denken in Lebensphasen ist für uns Teil der Antwort auf die Frage, wie man heute einen Stadtgarten gestalten sollte: flexibel, nutzbar über Jahrzehnte, aber zu jedem Zeitpunkt gestalterisch stimmig.
Bepflanzung
Eine Pflanzung, die den Stadtgarten zum Leuchten bringt
Einen Stadtgarten gestalten heißt auch, mit schwierigem Licht umzugehen: Vormittags steht der Hof im Schatten der Nachbargebäude, nachmittags erreicht ihn die Sonne von oben, unter den alten Eiben herrscht dauerhafter Halbschatten. Unsere Pflanzung reagiert auf jede dieser Situationen. Als Leitmotiv zieht sich das Japanische Berggras (Hakonechloa macra ‘Aureola’) als hellgelber, weich fließender Saum durch den ganzen Garten – es verträgt Halbschatten, bringt selbst an trüben Tagen Licht in die Beete und rahmt die Wege fast kalligraphisch ein.
In die Staudenmatrix eingewoben sind Klassiker wie Frauenmantel, Purpurglöckchen, Funkien und Woll-Ziest, dazu höhere Akteure für den Sommer und Herbst: Schafgarbe ‘Terracotta’, Argentinisches Eisenkraut, Kerzenknöterich in Rosa und Rot, Wiesenknopf und Reitgras ‘Karl Foerster’. Als skulpturaler Blickfang wurde ein mehrstämmiger Wildölbaum gesetzt – er bringt südländisches Flair in den niederrheinischen Hinterhof, wirkt aber durch seine zurückhaltende Farbigkeit nie aufdringlich. Eine junge Vogelkirsche im Vorgarten schließt den Kreis – und beweist, dass man auch auf kleinem Raum mit Bedacht pflanzen kann.
Factsheet
Ihr eigenes Projekt
Möchten auch Sie Ihren Stadtgarten gestalten lassen?
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Malte Kleinherenbrink
Inhaber & Projektplaner